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08.12.11

Stadtverband mit neuem Vorstand

 

Glückwünsche an den neuen Stadtverbandsvorsitzenden

Michael Schmitt von Paul Ziemiak abgelöst

(-ee-) 26 Jahre alt ist der neue Stadtverbandsvorsitzende der CDU. Manch ein Christdemokrat mag im Vorfeld des Stadtverbandsparteitages am Donnerstag im Silbersaal gedacht haben, ob das nicht doch ein wenig zu jung ist für dieses Amt. Einige denken das vielleicht auch heute noch. Gleichwohl: Paul Ziemiak hat mit seinem Auftritt auf dem Parteitag nachgewiesen, dass er mit seinen 26 Jahren bereits über ein deutlich überdurchschnittliches politisches aber auch rhetorisches Potenzial verfügt. Die Rede des angehenden Juristen war käm­pferisch, nicht zu akademisch, bisweilen griff Ziemiak auch durchaus zu eher rustikaleren Worten. Das brachte ihm spürbaren Applaus des Parteitages ein. Und auch das klare Wahlergebnis sprach am Ende für Ziemiak.Der Vorsitz bedeute, unterschiedlichste Interessen, unterschiedlichste Personen und Charaktere so einzubinden, „dass gestritten wird, aber eben nur gestritten wird um die besten Ideen“, sagte Ziemiak. Das gelinge nur mit einem Team, das sich gegenseitig vertraue.

Er wolle als Vorsitzender einen Vorstand des Dialoges führen und alle Iserlohner einladen, an der politischen Willensbildung in der CDU und in der Stadt mitzuwirken. Dazu kündigte Ziemiak auch themenbezogene öffentliche Vorstandssitzungen an. Es solle auch weitere Stadtteilkonferenzen geben. Die Stadtteile und vor allem die Menschen, die dort leben, würden der Stadt ihren unverwechselbaren Charakter verleihen. Das dürfe man nicht ignorieren, sondern müsse es mit voller Dankbarkeit annehmen.

Neben der anstehenden Neugestaltung des Schillerplatzes erinnerte Ziemiak an das Projekt Parkhalle. Er wolle uneingeschränkt für „eine der Größe unserer Stadt gerecht werdende Veranstaltungshalle kämpfen“.

Zum Thema einer zweiten Gesamtschule in Hennen sagte Ziemiak, das selbst ernannte Bildungsbündnis habe sich bei diesem Projekt total verlaufen. Das Bildungsbündnis habe sich bisweilen geradezu als „Blindenbündnis“ präsentiert: „Ein paar kleine verirrte Lichter im Dunklen, die da ankommen, wo sie losgelaufen sind.“ Bei einer möglichen Investitionssumme von 25 Millionen Euro würde Iserlohn für die kommenden Jahre jegliche politischen Spielräume verlieren. „Wir werden diesen Wahnsinn mit aller Kraft zu verhindern suchen“, sagte Paul Ziemiak.

Natürlich, so der Stadtverbandsvorsitzende, wolle man die nächsten Wahlen gewinnen. Aber nicht des Gewinnens wegen, sondern um Iserlohn zu gestalten und lebenswert zu machen. Neben der nächsten Kommunalwahl habe man dabei auch die Bürgermeisterwahl 2015 im Blick. Ziemiak: „Wir müssen, wir können und wir - die CDU - werden den nächsten Bürgermeister dieser unserer Stadt stellen.“

Kreisvorsitzender Thorsten Schick würdigte Ziemiaks Amtsvorgänger Michael Schmitt. Der habe sich mit Leib und Seele für die CDU eingesetzt - in den Wahlkämpfen fast bis zur Selbstaufgabe. Darüber hinaus habe die CDU in Iserlohn Michael Schmitt ihr modernes Erscheinungsbild zu verdanken. Das finde ausdrücklich auch die Anerkennung der gesamten Kreispartei. Paul Ziemiak dankte Schmitt insbesondere dafür, dass er immer auch den politischen Nachwuchs bis hin in höhere Gremien mit eingebunden habe.

Schmitt selber zog in seiner Parteitagsrede zunächst eine Bilanz der vergangenen zwei Jahre. Dieser Zeitraum sei geprägt gewesen vom Landtagswahlkampf 2010. Obwohl Thorsten Schick nach einem engagierten Wahlkampf in Iserlohn zwar knapp vor seinem Mitbewerber von der SPD gelegen habe, sei es nicht gelungen, den Wahlkreis wieder direkt zu gewinnen.

Eine zentrale Herausforderung sei es weiterhin gewesen, die notwendige organisatorische und inhaltliche Neuausrichtung der CDU in Iserlohn voranzutreiben. Schmitt erinnerte an die Mitgliederbefragung unter dem Motto „Volkspartei der Zukunft“, die Stadtteilkonferenzen und den daraus resultierenden Leitantrag.

Bei der CDU-Finanzpolitik hob Schmitt das erfolgreich realisierte Konzept eines „Bürgerhaushaltes“ hervor. Auch der scheidende Stadtverbandsvorsitzende ging auf das Thema einer zweiten Gesamtschule in Hennen ein. Gnadenlos verfolge die SPD mit Unterstützung der Grünen, der FDP und der Linkspartei dieses Ziel, frei nach dem Motto: „Unsere Meinung steht fest! Bitte verwirren Sie uns nicht mit Fakten!“ Die CDU wolle in den nächsten Tagen auch den Bund der Steuerzahler auf dieses Thema aufmerksam machen.

Abschließend sagte Schmitt, er blicke mit Dankbarkeit und Zufriedenheit auf die vergangenen acht Jahre seiner Arbeit an der Spitze des Stadtverbandes zurück. „Ich denke, in diesen Jahren gemeinsam mit vielen von Ihnen und Euch einiges bewegt zu haben.“ Trotz schwieriger Stunden habe er sich in diesem Amt niemals einsam, sondern immer gut aufgehoben gefühlt. Der Rückzug vom Stadtverbandsvorsitz bedeute keinesfalls seinen Abschied von der Kommunalpolitik. Vielmehr wolle er sich künftig mehr auf seine Aufgaben innerhalb der CDU-Fraktion konzentrieren.

Der neue Vorstand des CDU-Stadtverbandes: Vorsitzender Paul Ziemiak (47 Ja-Stimmen, zwei Nein-Stimmen, eine Enthaltung).Zu den vier Stellvertretern wurden die Vorsitzenden der Ortsunionen gewählt: Jörg Teckhaus (Iserlohn, 47 Ja-Stimmen), Karsten Meininghaus (Letmathe, 43), Frank Ständeke (Hennen-Kalthof, 42), Michael Hilker (Sümmern-Griesenbrauck, 40). Zur Geschäftsführerin wurde Ilona Höche (48 Ja-Stimmen) gewählt, Stellvertreter ist Matthias Schumann (48). Die neue Schatzmeisterin heißt Eva Kirchhoff (48), Stellvertreter ist hier Thorsten Schwering (47). Das Amt des Schriftführers bekleidet Benjamin Korte (49, ab jetzt nahmen 51 statt vorher 50 stimmberechtigter Mitglieder an den Wahlen teil). Christian Grobauer ist Kortes Stellvertreter (47). Fabian Tigges wurde als Pressesprecher bestätigt (48), sein Stellvertreter heißt Stefan Woelk (48). Als Beisitzer komplettieren Ann Kristin Dalheimer (48), Heiko Hövel (48), Walter Ebeling (42) und Angela Plötz (42) den neuen Stadtverbandsvorstand der CDU.

Quelle Bild: ikz-online.de vom 26.11.11
Quelle Text: ikz-online.de vom 26.11.11 (Stefan Drees)