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29.11.09

"Wir wollen uns breiter aufstellen, zum Wohl der Stadt"

 

Michael Schmitt und Rolf Kramer

Offene Fraktionssitzungen mit starker Bürgerbeteiligung, Vielfalt der CDU deutlicher betonen

 

Dem Trend, dass die Volksparteien immer schwächer werden, möchte die Iserlohner CDU, und hier insbesondere auch die Ratsfraktion, entgegenarbeiten. Und das, so CDU-Fraktionsvorsitzender Rolf Kramer und sein Stellvertreter Michael Schmitt, gehe nur durch eine stärkere Öffnung der Partei. In einem Gespräch mit der Heimatzeitung kündigten sie an, die große Erfahrung im Umfeld der Christdemokraten stärker mit einbinden zu wollen. "Wir wollen uns breiter aufstellen, zum Wohl der Stadt", sagte Rolf Kramer.

Ein Instrument dazu sollen Arbeitskreise sein, etwa in den Bereichen Finanzen, Kultur, Wirtschaft oder Sport. Neben Fraktionsmitgliedern sollen dazu auch parteiinterne und parteiexterne Fachleute gewonnen werden. Öffentliche Fraktionssitzungen sollen dabei ein weiteres Instrument sein. So kündigt Rolf Kramer für den 14. Dezember eine öffentliche Fraktionssitzung zum Thema A 46 an. Referent wird Dr. Sigurd Pütter sein, prominenter Befürworter des Lückenschlusses der nicht nur für die Wirtschaft wichtigen Verkehrsader. Die Erkenntnis, dass sich die CDU als Volkspartei stärker öffnen und näher an den Leuten sein muss, ist natürlich nicht exklusives Gedankengut der Iserlohner Christdemokraten.

Sie wollen diesen Weg aber umso intensiver bestreiten, da man aus den Erfahrungen rund um die verlorene Bürgermeisterwahl gelernt habe. "Wir haben in den letzten Wochen viele Gespräche geführt, interessante Vorschläge gesammelt, aber eben auch erfahren, dass wir da in der Vergangenheit vielleicht einiges vernachlässigt haben", sagt Michael Schmitt. "Wir müssen wieder geschlossen für die Zukunft unserer Stadt arbeiten", so Michael Schmitt. Er und Rolf Kramer setzen dabei auch auf Hartmut Bogatzki, dessen "Kompetenzen für uns weiterhin unverzichtbar sind." Sie kündigten in diesem Zusammenhang an, dass Bogatzki als Aufsichtsratsvorsitzender der Energie AG Iserlohn-Menden vorgeschlagen werde.

Fraktionsvorsitzender Rolf Kramer will sich auch auf mehr Offenheit in der alltäglichen Fraktionsarbeit forcieren. "Ich möchte möglichst viel in Teamarbeit erledigen", sagt Kramer. Da die politischen Aufgaben immer komplexer würden, seien ganz besonders die jeweiligen Experten der Fraktion gefragt, auch in den Rats- und Ausschussdebatten.

Ausdrücklich wolle er  den erfreulicherweise vorhandenen jungen Kräften in der Fraktion die Chance geben, sich zu profilieren. "Nur so bekommen wir  mehr personelle Perspektiven." Um die Auswirkungen der Finanz- und Wirtschaftskrise zu bewältigen und Iserlohn für die Zeit danach fit zu machen, halten es Schmitt und Kramer für unverzichtbar, dass der Rat der Stadt in dieser schwierigen Zeit näher zusammenrückt. Die Probleme seien einfach zu groß. Die CDU wolle daher nicht im konventionellen bürgerlichen  Lager verharren, sondern mit allen demokratischen Kräften im Rat zusammenarbeiten. Zwistigkeiten und persönliche Eitelkeiten müssten in Zeiten größter Probleme hinten anstehen. Rolf Kramer machte aber auch deutlich: Die CDU lasse sich nicht dazu missbrauchen, "unangenehme Dinge alleine zu beschließen." Etwa wenn es um Lösungen geht, wie ein Nothaushalt doch noch verhindert werden kann. In seiner Funktion als Stadtverbandsvorsitzender richtet Michael Schmitt den Blick auf

den Dezember. Dann wird er sich auf dem Stadtverbandsparteitag zur Wiederwahl stellen. Schmitt möchte, dass sich die CDU in der Parteiarbeit ebenfalls breiter aufstellt. Junge aber auch erfahrene Kräfte sollen dabei miteingebunden werden. Rolf Kramer sagt es so: "Wir müssen die Krafte bündeln und können dabei auf niemanden verzichten."

Quelle: IKZ vom 26.11.09 (Drees)