Die Forderung der SPD nach einer zusätzlichen Gesamtschule hat bei der Iserlohner CDU-Fraktion scharfe Kritik hervor gerufen. Während alle Investitionen auf den Prüfstand gestellt werden und selbst kleinste Zuschüsse für Sportvereine und kulturelle Gruppen in Frage gestellt werden, stellen die Sozialdemokraten eine Forderung in Höhe von 10 Millionen Euro.
Für den CDU-Fraktionsvorsitzenden Hartmut Bogatzki ist der Ausbau der Hauptschule Hennen zu einer Gesamtschule bei der Haushaltslage nicht zu finanzieren: "Wir müssen trotz der finanziellen Probleme sicherstellen, dass an den drei Iserlohner Gymnasien und Realschulen eine vernünftige Mittagsbetreuung möglich ist. Wir können diese Schulen nicht vernachlässigen, nur um ein neues Prestige-Projekt in Angriff zu nehmen." Darauf hätten Schüler, Eltern und auch die Lehrer der angesprochen Schulen einen Anspruch. Eine Finanzierung aller Maßnahmen unter Einbeziehung des Baus einer zweiten Gesamtschule könne in der gegenwärtigen Haushaltslage, laut Bogatzki, niemand ernsthaft versprechen.
Der schulpolitische Sprecher der CDU-Fraktion Karsten Meininghaus hält den Vorstoß der SPD auch noch aus einem anderen Grund für falsch: "Gerade ist in Hemer eine Gesamtschule beschlossen worden, die den Anmeldeüberhang an der gut funktionierenden Iserlohner Gesamtschule deutlich reduziert. Hinzu kommt ein deutlicher Schülerrückgang in den kommenden Jahren. Warum müssen wir in dieser Phase mit dem Ausbau der Hauptschule Hennen in eine doppelt so große Gesamtschule noch zusätzlichen Schulraum schaffen?" Schon jetzt seien verschiedene Schulen nicht vollkommen ausgelastet.
Für die CDU Iserlohn steht fest: Vor dem Bau einer zweiten Gesamtschule haben die notwendigen Investitionen an allen bereits bestehenden Schulen, einschließlich der Gesamtschule, den Vorrang. Alles andere würde nur zu einer großen Enttäuschung und Unruhe führen.